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September 2001 Newsletter
Naxxar und Gharghur von Ingrid Hüttmann

Kürzlich habe ich Ihnen Mosta und seine archäologisch interessante Umgebung vorgestellt. Nicht weit davon liegen die Ortschaften Naxxar und Gharghur - in Reiseführern in der Regel nur am Rande erwähnt. Zu Unrecht, wie ich meine, denn beide Orte haben durchaus Sehenswertes zu bieten. Beginnen möchte ich mit Naxxar, Inselbewohnern als "Messestadt" bekannt. Archäologische Überreste weisen auf eine frühe Besiedlung hin. Zeugnis davon legen auch einige kleinere Kapellen ab. Die Hauptkirche stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert nach Plänen von Vittorio Cassar, dem Sohn des berühmten Girolamo Cassar. Auf der Rückseite besagter Kirche findet man zwei Museen. Eines beherbergt verschiedene Statuen, die während der Prozessionen getragen werden. Die Karfreitagprozession in Naxxar ist immerhin schon seit 1750 bekannt. Die um jene Zeit verwendeten Bildnisse aus dem Leben Jesu Christi können dort ebenfalls besichtigt werden. Das andere Museum ist der Palazzo Parisio. Er gehörte ursprünglich der gleichnamigen maltesischen Adelsfamilie, die eine enge Beziehung zu Naxxar unterhielt. Mitglieder dieser Familie waren es auch, die die Dorfbewohner im Aufstand gegen die Franzosen im Jahr 1798 anführten. Der Palast ging später in den Besitz einer Banker-Familie über, wurde im alten Stil restauriert und ist der Öffentlichkeit zugängig, ebenso wie der barocke Garten, der sich hinter dem Gebäude befindet - allerdings gegen Eintritt. 

Neben dem Fort, das Sie in Naxxar finden und das zu den schon erwähnten Victoria Lines gehört, gibt es zwei interessante kleine Türme, die man in diesem Stil sonst nirgendwo in Malta findet. Der Captain's Tower und der Cauchi's Tower wurden als Wachttürme gebaut. Ersterer war der Wachtposten des Militäroffiziers von Naxxar. Der Cauchi Tower wurde von einem Mann gleichen Namens erbaut. Seine Frau wurde im 16. Jahrhundert von Piraten als Sklavin verschleppt, und der Wachtturm diente dem Besitzer dazu, weitere Schicksalsschläge dieser Art von seiner Familie fernzuhalten. Ebenso wie in der Umgebung von Mosta finden Sie auch hier überall prähistorische Überreste. Die interessantesten sind zweifelsohne die berühmten Karrenspuren, die zwar auch an anderen Stellen des maltesischen Archipels zu sehen sind, aber die bei Naxxar sind mit am besten erhalten. An dieser Stelle sei ein Exkurs auf die Spuren erlaubt. 

Die Schleif- oder Karrenspuren geben den Forschern immer noch Rätsel auf. Es sind parallele Einschürfungen im nackten Felsgestein, deren Verlauf man in den verkarsteten, vegetationsarmen Gebieten des Hochlandes über Hunderte von Metern verfolgen kann, bis sie von Äckern, Häusern oder Straßen abgeschnitten werden. Ihr Alter ließ sich halbwegs exakt bestimmen. Da sie oft durch punische Grabschächte unterbrochen sind, müssen sie aus der Zeit vor der phönizischen Besiedlung stammen. Die Spuren bündeln sich vor der bronzezeitlichen Siedlung, sind aber nicht in der Umgebung der neolithischen Tempel vorhanden. Man vermutet ihre Entstehung deshalb in der späten Bronzezeit - also 1500 - 1000 v. Chr. Es gibt einfache parallele Doppelspuren ebenso wie Gabelungen und Knotenpunkte. Manchmal sind die Felsen so durchfurcht, dass sie wie Gleisanlagen moderner Rangierbahnhöfe aussehen. Aus diesem Grunde liegt es nahe, dass die Archäologen sie für die Reste eines Transportsystems halten. Die eine Theorie vermutet Schleifkarren aus zwei Holzbalken, die durch Seile und Flechtmatten flexibel miteinander verbunden waren. Am Ende der Balken waren wahrscheinlich Steinkufen befestigt, die die besonderen Vertiefungen in den Boden schürften. Diese sind bis zu 40 cm tief. Aber Spuren von Zugtieren hat man nicht gefunden. Das ist das große Problem dieser Theorie, denn die Hufe hätten ebenfalls Einkerbungen hinterlassen müssen. So rettet man sich denn damit, dass Menschen die Karren gezogen haben müßten. 

Eine zweite These ist, dass es sich bei den Spuren um ein frühes Bewässerungssystem handelt. Die vielen Rillen, die z.B. in der Nähe der Dingli Cliffs den Hang hinablaufen und von einem Spurenpaar geschnitten werden, sind als Schienen ins Meer kaum vorstellbar. Zur Lösung des Rätsels kann man nur vermuten, dass die bronzezeitlichen Siedler erkannten, dass die Spuren ihrer Schleifkarren das kostbare Regenwasser sammelten und sie dann gezielt weitere Rillen anlegten. Beweisbar ist diese Vermutung allerdings ebenso wenig wie die von Erich von Däniken, der hier das Wirken außerirdischer Astronauten sehen will. Kehren wir nun aus der Bronzezeit in die Gegenwart zurück

Der nächste Ort, den ich Ihnen vorstellen möchte, ist Gharghur. Er ist kleiner als Naxxar und hat sich ebenso wie Mosta als eigenständige Pfarrgemeinde von Naxxar gelöst. Das war im Jahre 1610. Wenn Sie in das Örtchen hineinkommen, finden Sie eine alte Windmühle, die auch heute noch bewohnt ist. Die erste Kirche, die Ihnen dann begegnet, ist die alte Pfarrkirche mit ihrem Friedhof. Ein Bummel über ihn lohnt sich, denn man findet dort noch viele alte Grabsteine. Die Kirche wurde im Laufe der Jahre zu klein, und so begann man 1638 mit dem Bau einer größeren Pfarrkirche am Hauptplatz des Ortes. Sie entstand nach Plänen des Architekten Thomas Dingli, und der Bau dauerte ungefähr 30 Jahre. Das Innere der Kirche ist im barocken Stil gehalten, aber das war eigentlich nicht der originale. Das zeugt davon, wie sich Baustile im Laufe einer so langen Bauzeit verändern. Die Hauptstatue ist der heilige Barholomäus, nach dem die Pfarrkirche benannt ist. Das große Altarbild wird dem portugiesischen Künstler Emmanuel Perrereira zugeschrieben. 

Wenn Sie den Hauptplatz verlassen und sich links halten, erreichen Sie eine kleine Kapelle, die älteste des Ortes. Sie ist Mariä Himmelfahrt gewidmet, und die zeitgemäßen Dokumente beweisen, dass die Kirche schon 1575 geehrt wurde. Ein Mädchen, das im Sterben lag, wurde auf wundersame Weise durch die Fürsprache der Madonna gerettet. Wenn Sie die Straße weiter entlang gehen, finden Sie ein Gebäude aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Es beherbergte den britischen Gouverneur dieses Gebietes während des ersten Jahres unter britischer Herrschaft in Malta. Die Straße führt Sie dann weiter durch eine landschaftlich schöne Gegend, wo wiederum die Forts der Victorial Lines in Ihren Blickwinkel geraten. Das Fort Madliena wurde bis vor kurzem als eine Radarstation der Royal Air Force genutzt. Man kann es sonntags um 10.00 Uhr, 11.00 Uhr und 12.00 Uhr besichtigen. Von dort genießen sie einen wunderschönen Ausblick. Hier endet dann auch unser geschichtsträchtiger Ausflug, den Sie nachvollziehen sollten, wenn Sie noch nicht da gewesen sind. 
Der Aberglaube von Raymond Catania


Im meinem Heimatland ist der Aberglaube weit verbreitet. Der Aberglaube ist eine Redensart, von Generationen vor uns erfunden. Obwohl es schwer ist, an sie zu glauben, denken viele Menschen über das Übel oder das Glück nach, das sie mit sich bringen können. Aberglaube gibt es auch heute noch und jeder muss sehr aufpassen, wie er oder sie damit umgeht. So muss man zum Beispiel sehr vorsichtig sein, dass einem die Flasche mit Öl nicht aus der Hand schlüpft. Denn auf den Boden gefallenes Öl bringt Unglück. Im Gegensatz hierzu bringt eine auf den Boden gefallene Flasche Wein Glück. Auch Insekten sind Teil des Aberglaubens. Eine Spinne im Zimmer sollte man nicht töten sondern in Ruhe lassen. Denn natürlich bringt die Spinne Glück. Eine schwarze Bienenkönigin die im Zimmer umherfliegt bedeutet hingegen, dass man sich in einer gefährlichen Situation befindet oder dass jemand sterben wird. 

Ist die Bienenkönigin aber goldfarben, dann bringt sie Glückseligkeit oder man kann einen Gewinn erwarten. Normalerweise kehren alte Leute am Morgen den Hausflur mit einem Besen. Sie glauben, dass sie krank werden könnten, würden sie den Flur am Abend kehren. Wenn es regent und man seinen Regenschirm öffnen will, dann darf man das nicht im Schlafzimmer tun, da ansonsten der Vater sterben würde. Es gibt aber auch noch viele andere Arten des Aberglaubens. So bringt zum Beispiel das Symbol des Hufeisens Glück. Man muss es allerdings an der Wand mit der Öffnung nach oben aufhängen, da das Glück ansonsten ablaufen würde. Ist man allerdings realistisch, dann muss man eingestehen, dass der Aberglaube nicht wahr ist. Trotzdem glauben viele Leute daran. Es ist aber dennoch schade, dass das Wissen über den Aberglauben langsam ver-schwindet. 

News from the Library by Olaf Rieck


Last month we received two new videos in German from the series KuBus (on each video two actual topics with a duration of approximately 15 minutes each are treated. Accompany-ing there is always a booklet with additional information and the text of the video in German and in English). The 'younger' older generation in Germany is one of the topics. Because of the medical and technical progress the lifespan of our generation is longer than that of before. The "third age" persons are more active now and so they present a very important target group for the advertising industry. Other topics in these two videos are "The German Anti-Nuclear Movement", "The Germans and National Identity" and "Embryo Research and Ethical concerns". Come and visit us at the Library. Individual attention and assistance is given to all our members.

Neu für junge Leser ist ein Buch vom 1990 mit dem Friedrich-Gerstäcker-Preis ausgezeichneten Autor Kurt Wasserfall. "Lisanne im Schwarzmoor" ist eine Geschichte, die im 18. Jahrhundert spielt. Lisanne lebt mit Ihrem Vater, einem ehemaligen Hofkomponisten, im Schwarzmoor in ärmlichen Verhältnissen. Als es dann auch noch zu einer sehr gefährlichen Situation kommt, spenden nur noch Lisannes Tatkraft und die Hilfe Ihres Freundes Joris Hoffnung…. Die Nacherzählung der Sage um König Artus "Die Nebel von Avalon" von Marion Zimmer Bradley kann jetzt in der Bibliothek ausgeliehen werden. 

Anlässlich des Mauerbaus vor vierzig Jahren haben die Bundeszentrale für poltische Bildung und Deutschlandradio Berlin die Internetseite www.chronik-der-mauer.de aufgebaut. Es wird der Zeitraum vom 13.August 1961 (Walter Ulbricht: "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen") bis zum 24. August 1961 (erster Toter an der Mauer) chronologisch dargestellt. Außerdem gibt es viele weitere themenbezogene Informationen zu Filmen, Büchern etc.

In der Bibliothek des Deutsch Maltesischen Zirkels sind Videos zum Thema vorhanden.

Hi-tech Fraud Detector (Fraunhofer Gesellschaft Munich)

In the digital age, some people mistakenly assume that the official rubber stamp is being phased out and replaced by modern technology. Not by a long shot - every form of personal identification, customs form, accompanying document, contract and notice of delivery receives and official stamp. And more stringent controls have become absolutely vital, not least because of the growth of the international import and export trade, which has been further promoted through the advent of Internet. In cooperation with the criminal investigations department at the customs office in Cologne, the Fraunhofer Institute for Production Systems and Design Technology IPK in Berlin has developed software program capable of reliably determining if the stamp on a document is a forgery. Global Refund, the largest refunder of value-added tax worldwide, commissioned the project.

The new software program, called SIC Stampulus, is designed to put defrauders out of business. By analysing the individual pattern of the printed impression, the program can determine whether the stamp is a forgery. "When we talk about pattern, we mean the coded numerical parameters and not the motif or design details on the stamp", explains Katrin Franke of the IPK. Although Franke cannot reveal any more about the technology's secrets, one thing is certain - the software will even be able to read both poor quality and smeared print. 

Although the analysis of the stamp involves several stages, the complex process requires no more than 5 seconds and is performed on a standard computer. The document, for example a "Global Refund" check or a customs form, is scanned into the computer. With the aid of digital image processing, the stamp is isolated from its background and extracted. The features of the stamp design, such as the logo, date or border, are subsequently analysed in detail. Finally, SIC Stampulus displays one of three messages: "All properties are identifiable. No evidence of discrepancy", "Evidence of forgery identified," or "Print is illegible due to poor image quality. Requires special analysis." The software program is currently being tested at German airports. Global Refund plans to introduce the technology this year in all German national and international payment offices also intend to use the system and in future, other quarters and offices also intend to use the system and in the future, other EU countries are expected to adopt the new procedure. The future looks bleak for forgers and defrauders.

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