| Italien ist seit jeher das große Reiseland der Deutschen gewesen, aber immer nur für eine Minderheit. Jetzt erst, in der Zeil des Massentourismus, wird es Jahr für Jahr von Millionen besucht, denen sich mit dem Wort Italien viel verbindet - Sonne und Süden, Antike und Romantik, Landschaft und Kunst. Fests Buch hat nicht die großen Begebenheiten im Auge, die sich dort abspielten, von den Hohenstaufen bis zu Garibaldi. Er reist durch das Land, wie wir alle reisen, beschreibt Küsten und Orte, belebte Plätze und einsame Ruinen. Und während er das Beobachtete notiert, kommt ihn die Wehmut an. daß die heutige Generation die letzte sein wird, die dieses alle und für ewig gehaltene Italien erlebt. Schon sind Hochhäuser in Innenstädten, Getreidesilos neben antiken Tempeln und Schnellstraßen durch Pinienwälder dabei, das Gesicht des Südens ein für allemal zu zerstören. Joachim Fests Buch ist vieles in einem: Reisejournal und Protokoll von Begegnungen mit Dichtern, Malern und Bildhauern und mehr noch mit einer Vielzahl unbekannter Gesprächspartner. Es enthält Landschaftsschilderungen, Porträts und Reflexionen. Es sind oft beiläufige Beobachtungen, die hier notiert werden. Auf Reisen erlebt man nicht nur die Fremde, sondern auch das eigene Ich. Und so wird der Leser, während er den Eintragungen von Tag zu Tag folgt, nicht nur mehr von Italien, sondern auch mehr von sich selbst verstehen. |