Man schreibt den 15. Juli des Jahres 1870. Für die achtzehnjährige Theresa von Beckhaus und Warn, »die beste Reiterin im Königreich Preußen«, ist es ein besonderer Tag. der Tag ihrer Hochzeit mit dem schlesischen Baron Gustav von Falkenhorst. Doch mitten in die Hochzeitsfeier platzt die Nachricht von der Mobilmachung der preußischen Armee gegen das französische Kaiserreich. Für den jungen Leutnant und Ehemann gibt es nur eines: seine Pflicht als Patriot und Soldat. Er zieht ins Feld. Theresa hatte sich heftig gegen ihre Verheiratung gesträubt, Vergebens. Nun umfangen sie die düsteren Gemäuer von Glaumhalle, Stammsitz derer von Falkenhorst, Gustav, der im fernen Frankreich für König und Vaterland kämpft, hat sich in ihrem Herzen seinen Platz noch nicht erobern können. Und Theresas ungestümes Temperament drängt nach Zärtlichkeit, nach Erfüllung - und nach Freiheit. Da kommt eines Tages Gustavs jüngerer Bruder Albrecht auf das Schloß, Heidelberger Student und bar aller kriegerischen Ambitionen, doch desto leidenschaftlicher den schönen Seiten des Lebens zugewandt... Stolz und Verachtung, Verzweiflung und Haß, Jubel und Entsetzen, Leidenschaft und Liebe - all diese elementaren Äußerungen menschlichen Daseins hat Rascovich zu einem packenden Stück Welttheater vor dem Hintergrund des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 gestaltet.
|